Andacht

Liebe Gemeinde!

Neulich hörte ich folgende Geschichte zum Thema Gebet.

Regelmäßig kommt der eigene Sohn mit seiner Familie bei seinen Eltern vorbei. Auch wenn die Eltern ihren christlichen Glauben leben, hat der Sohn nichts dafür übrig. Er hat mittlerweile zwei Töchter und seine Eltern sind nun schon Opa und Oma. Da der christliche Glaube in der Familie des Sohnes keine Rolle spielt, kennen die Mädchen somit keine religiöse Prägung. Als die Familie nun mit Oma und Opa am Küchentisch sitzt und die Mädchen direkt mit dem Essen anfangen wollen, meint der Sohn: »Mädels, wartet mal. Der Opa will noch sein Sprüchlein aufsagen.«

Auch wenn ich nicht weiß, wie der Glaube der Eltern gelebt wird, ging mir die Frage nach, wie beten wir eigentlich? Ist Gebet ein Lückenfüller, eine kleine Geste frommer Prägung oder steckt doch mehr dahinter? Als ich dieser Frage nachging, stieß ich auf die Begebenheit zwischen Elisa und einer Witwe in Not (2.Kön 4,1-7). Da die Witwe kein Geld mehr hat, will ihr Schuldherr nun ihre beiden Söhne mitnehmen. Als Elisa erfährt, dass sich das Vermögen der Frau
auf einen einzigen Krug Olivenöl beläuft, fordert er sie auf, so viele Krüge wie möglich zusammenzutragen. Gott würde ihr so viel Öl geben, dass sie es in all diese Gefäße schütten und verkaufen kann. Was werden wohl die Nachbarn sagen, wenn die Witwe sie um leere Gefäße bittet?

Das Ende der Geschichte zeigt: alle Gefäße, die die Witwe zusammengetragen hatte, wurden gefüllt. Was wäre wohl passiert, hätte sie noch mehr Gefäße besorgt? Ich ermutige uns neu dafür, erwartungsvoll zu Gott zu beten und mutig zu glauben – sollte es Gott nicht möglich sein, durch viel oder wenig zu helfen?

Lieb grüßt euch
Tilmann Trittmacher

Mein Herz ist unruhig, bis es Ruhe findet in dir

Teil 3
In 6 Tagen hat Gott die Welt geschaffen und am siebenten Tag hat er Schnappschüsse von seiner Welt gemacht und diese bei Instagram hochgeladen. Er wollte eben bestaunt werden, wie toll doch seine Schöpferkraft ist.

Wenn ich das so den Kindern in der Gemeinde erzählen würde, dann käme sicher von ihrer Seite ein entschiedenes »Nein, so war das nicht, Kathi!« In der Bibel steht nichts von all den Dingen, die ich oben für den siebenten Tag beschrieben habe, sondern es steht: »…und Gott ruhte am siebenten Tag von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.« (1. Mose 2, 2) Und dann habe ich schon oft die Aufforderung in verschiedenen Veranstaltungen gehört, dass wir es Gott nachmachen sollen.

Doch wie kann dieses Ruhen am siebenten Tag aussehen?

  • Nimm dir an diesem Tag Zeit, lass die Dinge langsamer angehen und gestalte die Pausen größer. Überlege, was dir gut tun würde an deinem freien Tag und dann tue dies, wenn möglich. Natürlich müssen wir uns da mit unseren Lieben einigen und auch an diesem Tag gibt es Aufgaben – sonst würde es vielleicht kein Mittagessen geben oder andere Dinge funktionieren nicht. Aber es sollte an diesem Tag etwas dabei sein, was dir guttut und worauf du dich freust.
  • Nimm dir Zeit für Gott: Besuche einen Gottesdienst, lies in der Bibel, sprich direkt mit Gott über die Dinge, die dich bewegen, höre Lobpreismusik. Lass Gott Zeit, an diesem Tag in dein Leben zu sprechen und besprich das – wenn nötig – mit deinen Lieben
  • Nimm dir Zeit zurückzuschauen: Was ist in der letzten Woche gut gelungen? Wofür kannst du Gott dankbar sein? Wo seid ihr bewahrt geblieben?
  • Manchmal hilft es mir, am Ende des freien Tages der neuen Woche eine kleine Struktur zu geben und diese in eine Übersicht zu schreiben. Das kann in 5 Minuten passieren. Probiere mal! Das hilft, geordneter in die neue Woche zu gehen. Das alles kannst du dann wieder betend Gott in die Hände legen. So wird er deine neue Woche segnen und begleiten.

Und wenn das bei dir am siebenten Tag, also am Sonntag, nicht funktioniert, weil du, wie ich, am Wochenende oft arbeiten musst, dann wähle dir einen anderen Tag, der zu deinem Ruhetag wird! Wichtig ist, dass du das mit den Menschen um dich herum auch so besprichst, damit dir dein Ruhetag nicht vom Alltag genommen wird, denn: »Ohne Sonntage gibt es nur noch Werktage«.

Viele fröhliche und gesegnete Ruhetage wünsche ich dir.

Katharina Olsson