Andacht

Liebe Gemeindeglieder,

„Ich bin ein Schuldner den Griechen und den Nichtgriechen.“ (Paulus im Brief an die Gemeinde in Rom 1, 14)

Es gibt zwei Möglichkeiten Schuldner zu werden. Die erste: Geld von jemandem zu borgen. Die zweite: Geld von jemandem zu bekommen, um es einem anderen zu geben. Dann muss ich demjenigen das Geld überbringen. Das nennt man eine Bringschuld. Von der ist hier die Rede.

Paulus hat von den Römern nichts geborgt, was er zurückzahlen müsste. Aber ihm hat jemand etwas anvertraut, was er bei ihnen abzuliefern hat. Dieser Jemand ist Jesus. Und das anvertraute Gut ist die Frohe Botschaft. Jesus hat Paulus zum Schuldner gemacht. Nicht nur für die Römer. Der Mann hat Schulden gegenüber der ganzen Welt. Griechen und Nichtgriechen meint: alle Menschen.

In diesem Sinne sind wir Christen ebenso Schuldner. Wir haben die Frohe Botschaft bekommen, um sie anderen weiterzugeben. Wir haben gegenüber der Welt eine Bringschuld.
Es ist also keineswegs in unser Belieben gestellt, ob wir missionieren oder nicht. Ob wir unseren Glauben bekennen oder nicht. Ob wir unsere Erfahrungen mit Jesus bezeugen oder nicht. Wir müssen!

Das fängt in der Familie an. Unseren Kindern sollen wir ja nicht nur Klamotten kaufen, Konto einrichten und Karriere ermöglichen, sondern als Wichtigstes den Glauben mitgeben.

Aber nicht nur den eigenen Kindern sind wir durch Wort, Tat und Gebet die Botschaft schuldig, sondern allen Menschen. So hat es ja auch Jesus befohlen:

„Gehet hin in alle Welt und machet zu Jüngern alle Völker!“
(Matthäus 28, 20)

Unter allen Völkern dieser Welt gilt es als unehrenhaft, eine Schuld nicht zu bezahlen. So ein unanständiges Benehmen sollten sich Christen schleunigst abgewöhnen. Wer Schuld nicht bezahlt, sollte sich schämen. Wie kriegen wir also unsere Bringschuld los? Indem wir schamlos (Vers 16) und mutig predigen und die Liebe Gottes bezeugen.

Dr. Theo Lehman