Andacht

Weckruf oder verpufft?

So sprecht zu ihnen: So wahr ich lebe, spricht Gott der Herr: Ich habe kein Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern dass der Gottlose umkehre von seinem Wege und lebe. (Hesekiel 33, 11)

Betrachtet man die biblischen Ausmaße dieser Corona-Pandemie, dann kann einem schon der Gedanke kommen, dass es sich hier um einen gewaltigen Weckruf Gottes an die Menschheit handelt. Aber wenn diesem deutlichen Weckruf nicht eine ebenso deutliche Information gegenüber steht, wovon oder wohin man aufwachen soll, könnte dieser Weckruf möglicherweise wirkungslos verpuffen. Das wäre schade.

Nun gilt: Die einzigen, die diese Information liefern könnten, sind die Christen. Kann es sein, dass es sich insofern in allerrester Linie um einen Weckruf an die Christen handelt? Denn fragt man Christen, was ihnen Jesus im Diesseits bedeutet, hört man oft: „Er hilft mir im Leben und trägt mich in schwierigen Zeiten.“ Viel seltener hört man: „Ich darf an seinem Plan mitarbeiten, andere Menschen vor dem ewigen Gericht zu retten. Ich helfe, das Reich Gottes auf zu bauen.“

Wie kommt es, dass Christen Jesus im Diesseits oft als Erfüllungsgehilfen für ihr Leben ansehen, anstatt sich selbst als Erfüllungsgehilfen seines Rettungsplanes?
Würde eine externe säkulare Beraterfirma den Grund für dieses Phänomen erforschen, würde sie ihn möglicher Weise darin finden, dass der höchste Wunsch Jesu – der Missionsbefehl – nur einen niedrigen Stellenwert in den sonntäglichen Predigten hat. In der Tat hört man kaum Predigten darüber, dass jeder Christ das gewaltige Amt hat, Botschafter des Schöpfers des Weltalls auf diesem Planeten zu sein, und wie man dazu befähigt wird.

Vielleicht würde die Beraterfirma auch feststellen, dass es im Reich Gottes immer zwei Voraussetzungen für eine Befähigung gibt: Der Mensch muss wollen, was Gott will, und glauben, dass er die Befähigung dafür bekommt.
Ich glaube, wir gebrauchen Gott viel öfter für das, was wir wollen, anstatt uns zur Verfügung zu stellen, was er will.

Wenn die Pastoren ihrer Gemeinden dazu bringe könnten, dass jeder darum betet, jemanden zum Glauben führen zu dürfen, und glaubt, dass Gott die Befähigung dazu schenkt, dann geschieht es – auf wunderbare Weise.

Dr. Albrecht Kellner
(Physiker und Technicher Direktor i.R.
der Raumfahrtfirma Astrium ST)

Was trägt in der Coronakrise, auch ohne Gottesdienst?

Haben Sie schon Verschwörungstheorien gelesen oder Fake News geglaubt? Das Internet ist ja voll davon. Manchmal komme ich mir vor, wie Adam und Eva vor dem Baum der Versuchung: Auf welche Stimme höre ich nun, auf Gott oder die Schlange? Eine verrückte Zeit!

Mich persönlich stört die Ungewissheit: Wie lange soll das denn so weiter gehen? Kann ich den Virologen glauben? Müssen sich wirklich erst 60-70% der Bevölkerung anstecken oder ein Impfstoff gefunden werden, bevor wieder ein normales Leben stattfinden kann und wir froh und frei Gottesdienste feiern dürfen? Nein, ich möchte nicht bis zum 31. August auf das Abendmahl verzichten!

Manchmal muss ich mich regelrecht bemühen, nicht nur auf das Negative zu schauen, sondern ins Licht. Welcher Stimme schenken Sie Vertrauen?

Für mich hat das Versammlungsverbot zwei Seiten, wie bei einer Medaille. In den Schriften des Neuen Testamentes der Bibel lesen wir, dass Christen Gemeinschaft mit anderen Christen brauchen. Ein Krippenspiel zu Weihnachten reicht nicht für ein ganzes Jahr Christ sein, geschweige denn, wenn ich mit meinem Leben Jesus nachfolgen will. Ich brauche zum Einen Korrektur, sonst bau ich mir in Gedanken mein eigenes Glaubensuniversum zusammen, das nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen muss, und ich brauche zum Anderen Ermutigung, um in Krisen- und Krankheitszeiten den Glauben an Jesus Christus nicht zu verlieren. Es tut gut, wenn andere mich trösten, mit mir zusammen beten, mir in Zeiten des Zweifels die Augen für Gottes Zusagen in der Bibel öffnen. In diesem Sinne, sollten wir einander dienen.

Nun sind wir aber durch die Coronakrise in sozialer Isolation. Nach dem Gottesdienst oder der Andacht am Bildschirm, sitze ich wieder allein im Zimmer. Wer reicht mir das Abendmahl? Wer legt mir die Hände zum Segen auf? Wer betet mit mir, wenn mir die eigenen Worte fehlen? An dieser Stelle dürfen wir trainieren und die Zeit der Krise zum Positiven nutzen. Jetzt bewährt sich im „stillen Kämmerlein“ was wir wirklich glauben und wie weit unser Vertrauen in Gott trägt.

Ich ermutige Sie: Nutzen Sie die Zeit und leben Sie Ihr Vertrauen zu Gott. Nehmen Sie sich jeden Tag mindestens 15 Minuten! Zünden Sie eine Kerze an! Sagen Sie Jesus, was sie berührt, wo Sie ängstlich sind und seine Hilfe brauchen! Beten Sie auch für andere Menschen und halten Sie Fürbitte! Nehmen Sie ihre Bibel zur Hand und lesen Sie jeden Tag die Bibellese, die uns die Herrnhuter Losung vorschlägt, oder nehmen Sie sich ein Buch der Bibel vor und lesen es Kapitel für Kapitel durch. Reden Sie im Anschluss mit Jesus über das, was sie gelesen haben, was Sie nicht verstehen, wofür Sie dankbar sind bzw. sich angesprochen fühlen.

Und dann stehen Sie auf und werden Sie zum Ermutiger in Ihrer Umgebung! Danken Sie den Menschen, die unser alltägliches Leben in den Krankenhäusern, Supermärkten und Ämtern am Laufen halten! Sprechen Sie von Ihrem Glauben und was Sie Angesichts der Einschränkungen wirklich trägt! Leiten Sie in den sozialen Medien auch mal einen Gottesdienst oder eine Andacht weiter! Fragen Sie nach, wie die Botschaft auf denjenigen gewirkt hat! Spenden Sie dorthin, wo jetzt finanzielle Hilfe besonders Not tut!

So tragen Sie das Licht in die Welt und beginnen über die Hoffnung zu reden. So schenken Sie den Worten Jesu Vertrauen, die aufbauen und einen Ewigkeitswert in sich tragen. So weicht die Angst dem, der am Ende das letzte Wort hat, nämlich Jesus Christus.

Es grüßen Sie herzlich
die Kirchenvorsteher, alle Mitarbeiter und Ihr Pfarrer Hartmut Stief

Dornen-Corona: Sie müssen sich nur impfen lassen

Der Name Corona (Latein) leitet sich von der Bauart des Virus ab und bedeutet „Krone“. Ein für die Augen unsichtbarer Winzling hält unseren Planeten in Atem. Das Leben steht still. Viele Menschen reagieren verängstigt auf das grassierende Corona-Virus: Klopapier hamstern und Vorratskammern füllen. Hilflos halten Politiker großspurige Reden: „Kein Arbeitsplatz geht verloren. Wir stemmen uns mit unserem Geld gegen das Virus.“ Zu den sinnvollen Vorkehrungen gehört: Die Hände werden desinfiziert. Mit dem greisen Nachbarn wird sich solidarisiert. Ist jemand infiziert, wird er isoliert.

Angesichts der Anstrengungen und der Angst überrascht mich jedoch alles das, was fehlt. Kein großmäuliges „Wir werden das Klima retten“. Kein Gender-Gelaber um diverse Toiletten. Kein Vorwurf von Corona-Phobie.
Und keine Angst vor einem viel schlimmeren Virus, das bereits alle Menschen infiziert hat und für alle garantiert tödlich ist. Unsere Welt ist seit jenem Tag davon befallen, seit die Tür zum Paradies ins Schloss gefallen ist. Adam – die Krone der Schöpfung – hat sich vom Schöpfer getrennt, und seit diesem Augenblick ist unsere Welt mit dem Sünde-Virus infiziert.
Da helfen keine Schönwetterreden: „Wir sind doch keine Sünder!“ Da helfen keine Vorkehrungen durch gute Taten. Da helfen keine millionenschwere Stiftungen. Da hilft keine Ablehnung von Drohbotschaften. Hier kann nur der mit der Dornen-Corona auf dem Kopf helfen. Jesus hat das Sünde-Virus durch seinen Tod am Kreuz besiegt.

Die „Dornen-Corona“ ist stärker als das „Kronen-Virus“. Jesus hat nicht nur den Tod, sondern auch die Angst besiegt.

Aquarell Simone Riedel

Ganz gleich welches Land zuerst den Impfstoff gegen das Corona-Virus herstellt. Der Impfstoff gegen das Sünde-Virus kommt aus Israel und steht seit 2000 Jahren allen Menschen gratis zur Verfügung – das Blut von Jesus: Für Dich vergossen.
Sie müssen sich nur impfen lassen!

Lutz Scheufler

Auf Gottes Zusagen ist Verlass

Wir leben in einer spannenden Zeit. Die Corona-Krise hat die gesamte Menschheit erfasst. Viele noch nie dagewesene Ereignisse verunsichern. Die ständig neuen Meldungen überfordern. Die soziale Isolation passt so gar nicht zum Menschsein. Ja, es macht Angst, was gerade auf unserer Welt passiert.

Ich möchte allen, die das lesen, ein wenig Mut machen, denn Gott ist größer. Schon im Alten Testament lesen wir von zehn Plagen, die Gott zugelassen hat, um sein Volk Israel aus der Knechtschaft von Ägypten zu befreien (2. Mose 7 – 12). Mose war Gott gehorsam. Er hat alles versucht, um mit dem Pharao eine friedliche Lösung zu finden. Gott musste jedoch die Plagen über das Land kommen lassen, damit das Herz des Pharao erreicht wird. Bei allem Unheil ist interessant, dass Gott einen Unterschied zwischen den Ägyptern und seinem Volk gemacht hat. Besonders bei der zehnten Plage wird deutlich, dass Gott sein Volk schützen will. Er gibt klare Anweisungen, das Blut des Passahlammes an die Türpfosten zu streichen.

Wir haben heute genauso die schützende Macht des Blutes Jesu, welches er für alle Menschen am Kreuz vergossen hat. Das dürfen wir in Anspruch nehmen und jeden Tag darunter Zuflucht suchen, wie unter einem Schirm. Wir dürfen uns jeden Tag betend unter das schützende Blut Jesu stellen.

Ebenso lesen wir im 4. Mose 21, 4-9 dass Gott einmal das murrende und meckernde Volk Israel mit einer Schlangenplage strafte. Eine Hilfe war die eiserne Schlange, die Mose erhöht aufrichtete. Wer gebissen wurde und zu der eiserne Schlange blickte, überlebte. Dürfen wir das heute nicht genauso tun? Wenn wir in aller Not auf das Kreuz Jesu blicken, haben wir Hoffnung und Leben zugleich.

Ich ermutige Euch, alle Eure Sorgen, Ängste und Unsicherheiten Gott zu sagen. Gerade in der diesjährigen Passionszeit dürfen wir auf das rettende Kreuz Jesu blicken und uns unter der schützenden Kraft des Blutes Jesu bergen. Gott bleibt derselbe gestern, heute und in Ewigkeit. So wie er zu Zeiten des Alten Testamentes sein Volk Israel gerettet hat, so hat er seine Liebe auch durch das Sterben und Auferstehen Jesu gezeigt. Beides gilt auch heute noch im Jahr 2020. Die Versprechungen, die Gott uns in der Bibel gegeben hat, sind gültig.
Darauf können wir uns verlassen.

Gott segne und behüte Euch!

Eure Barbara Olsson

Ein Winzling hebt die Welt aus den Angeln

Ein Winzling ist dabei, die Welt aus den Angeln zu heben. Gerade mal 0,1 Millionstelmeter klein und damit vieltausendfach kleiner noch als der berühmte Sand im Getriebe, bringt er alle und alles ins Stottern.

Das ist nicht neu. Schon immer gab es Epidemien von apokalyptischen Ausmaßen. 1916 schreibt Gerhard Hauptmann in seiner Winterballade: „Wir hatten Krieg und Teuerung und Pestilenz.“ Neu aber ist das globale Ausmaß, die globale Verunsicherung, die globale Erschütterung.

Dabei hatten wir doch so tapfer geglaubt, wir hätten alles im Griff. Als wäre ein ewiges Leben auf der Erde nur noch einen Wimpernschlag entfernt. Wohlstand und Gesundheit für alle für immer.

Und nun kommt dieser kleine Zwerg mit dem Namen eines Star-Wars-Roboters – Covid-19 – und zeigt uns erbarmungslos unsere Grenzen auf. Und wir spüren und erfahren neu, dass wir sterblich sind. Wir und alle unsere Pläne und Projekte.

Andere, scheinbar mächtigere Gesellen hatten das schon vorher versucht. Das Ozonloch, das Waldsterben, die Klimakrise. Doch so recht erschüttern konnten sie nur wenige von uns. Solange in den Urlaub geflogen und Fußball gespielt wurde, solange sich die Regale in den Supermärkten bogen, solange die Aktienkurse stiegen, solange konnte es ja so schlimm nicht sein. Und der Kölner in uns allen feierte fröhliche Urständ: „Es hett noch immer gut jejonge.“

Doch auf einmal geht es anscheinend nicht mehr gut.

Ich fühle mich in diesen Wochen immer häufiger an den biblischen Turmbau zu Babel erinnert. Lange her, ja. Aber vielleicht doch ein zeitloses Bild für die Menschheitsgeschichte schlechthin. Sie hatten sich einen Namen machen wollen, die Menschen damals. Sie hatten zeigen wollen, wie kreativ und innovativ sie waren und dass sie das erdenschwere Menschsein früher oder später hinter sich lassen würden um Gott gleich sein. Bis – ach, die Bibel schildert das geradezu genüsslich – bis der große Gott im Himmel mal nachschauen kam, was seine Geschöpfe da unten so scheinbar Wichtiges trieben und den Turm mit einem Fingerschnips zerstörte.

Sind wir Babel?

Menschen dürfen vieles, aber sie dürfen niemals vergessen, dass sie Menschen sind, dass sie ihre pure Existenz samt aller Kreativität dem genialen Kreator im Himmel verdanken. Wer sein will wie Gott, erklärt den Kriegsfall. Menschen dürfen forschen und sie sollen es, ganz klar. Sie dürfen und sie sollen sich die Erde untertan machen, ja. Aber sie sind immer Auftragnehmer und nicht Auftraggeber. Immer hat zu gelten, was der Patriarch Josef einst seinen Brüdern gesagt hat: „Ich stehe unter Gott.“

Vielleicht ruft uns das Virus dieser Tage zur Besinnung. Damit wir Menschen neu die Platzanweisung akzeptieren, die uns der Schöpfer zugedacht hat. Uns weiterhin an dem gewaltigen Potenzial erfreuen, das er in jeden von uns gelegt hat. Aber eben auch unsere Grenzen akzeptieren. Die Welt nicht länger an seiner Stelle verwalten und gestalten sondern in seinem Auftrag und zusammen mit ihm. Denn was die Welt braucht und was ihr gut tut, wie Leben und Zusammenleben gelingen kann, weiß niemand besser als er. Forschen und Entwickeln und Beten sind darum keine Gegensätze.

Dabei geht es ja nicht nur um unsere Beziehung zu ihm, zum guten Gott, sondern auch um die Beziehungen untereinander. Die deutsche Bundeskanzlerin sagte im März, die Coronavirus-Krise stelle unsere Solidarität und unser Herz füreinander auf die Probe.  Heißt: Es zeigt sich jetzt, ob wir bereit sind Rücksicht zu nehmen aufeinander, gerade auch auf die älteren und schwächeren, nicht nur an den eigenen Vorteil zu denken und dafür zu sorgen, dass die eigene Tiefkühltruhe krisensicher gefüllt ist, sondern auch an die anderen zu denken und für sie zu sorgen.

Aber das geht wohl nicht, ohne dass sich möglichst viele neu einordnen ins Gemeinwesen und sich unterordnen unter den guten Lebenswillen Gottes. Was das konkret bedeutet, fasst Jesus im Matthäusevangelium so zusammen: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt und deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“

Jürgen Werth